37 Grad - Gift auf unserer Haut

Leder und Pelze

Wer denkt beim Kauf neuer Schuhe an Kinderarbeit, Tierquälerei oder Gift, dass irgend etwas für uns und unsere Kinder lebensgefährlich ist? Wo stammt das Leder her? Glaubten wir wirklich, dass es ein Abfallprodukt unserer Schlachthäuser in Deutschland ist? Oder glaubten wir lieber gar nichts?

Das sind Fragen, die seit der ZDF Sendung "37 Grad", die am 08.Oktober 2013 ausgestrahlt wurde, klar und deutlich beantwortet sind.

Wo kommen die Pelze und das Leder her, das wir in Deutschland an unserem Körper,auf unserer Haut tragen? Ein überaus mutiger Autor, der auf dem Weg quer durch Deutschland, über Italien nach Bangladesch und Nordchina auf unglaubliche Zustände stieß, von denen wir, die Käufer von Schuhen, Taschen, Jacken oder Gürtel, höchstens einen Hauch von Ahnung hatten. Aber wer will da schon näher hinschauen? Der Autor wollte es und hat uns in dieser Sendung mit in die Verantwortung genommen. Eine unzähliche Masse von Tieren, die nicht mal ein humanes Tier-Leben haben, sondern ausgehungert auf den Tod warten. Nur dafür werden sie am Leben gehalten.. Nicht mal das Töten ist human und für diese Menschen unwichtig, ob das Tier wirklich tot ist, bevor es gehäutet wird. Eine Tragödie, zu was Menschen fähig sind. Diese Tiere werden gezüchtet, um getötet zu werden, für unsere Mode. Wer diesen Film gesehen hat, wird nie wieder Schuhe oder Taschen kaufen, ohne diese leidenden Tiere vor sich zu sehen.

Die Verarbeitung des Leders erfolgt durch Kinder, die mit ihren nackten Füßen in der beizenden undgiftigen Lauge das Leder wenden. Es werden Chemikalien benutzt, die bei uns eine lebensgefährliche Allergie auslösen können oder als krebserregend bekannt sind. Fast immer wird Chrom zur Ledergerbung verwendet. Vorallem aber, bei Arbeitshandschuhen und Kinderschuhen.

In diesem Jahr, ist der Pelzkranz an der Kapuze, an der Mütze oder als Jacke wieder aktuell. Es ist sogar ein Verkaufsargument, wenn es sich um "echten Pelz" handelt. Millionen von Tieren werden dafür auf Plantagen in Kisten unwürdig gezüchtet, um unsere Modewünsche realisieren zu können.

Dort, in Bangladesch verdienen die jungen Menschen nur ein paar Cent. Sie wissen nicht, wie giftig die Lauge ist, in  der sie das Leder niedertreten. Und wenn sie es wüssten, sie hätte keine andere Wahl. Die Kinder und die jungen Menschen wissen es nicht anders, aber wir, wir wissen es und die Welt schaut zu.

Wir als Verbrauchen haben es in der Hand, auf Waren zu verzichten, die nur durch gesundheitsschädliche Kinderarbeit und unsagbare Quälerei von Tieren hergestellt werden können und ob wir uns und unsere Kinder lebensgefährlich vergiften wollen.

Eine Designerin, die dies Problematik schon früh erkannt und umgesetzt hat ist:

"STELLA MCCARTNEY"!

Ihr Name steht für Nachhaltigkeit, Fairness und menschliches Behandeln der Schafe. Sie verwendet in Ihrer Kollektion weder Leder, noch Pelze oder Tierhäute. Nicht mal Kleber und PVC sind erlaubt. Und das schon seit 2008/2010.  Sie garantiert, dass alle Produkte, Ihrer Palette "adidas von Stella McCartney" PVC-frei sind. Für mich ist Stella McCartney nicht nur durch ihre ethische Einstellung eine perfekte Designerin. Sie zeigt uns, dass Stil,  Nachhaltigkeit und Ethik zusammen gehören können und auch müssen. Ihre Modelle sind klassisch und edel. Alle Taschen und Schuhe werden in schwierigen Vorgängen produziert. Fabriken, die auch Leder verarbeiten, sind mit ihren Maschinen nicht in der Lage, Kunststoffen oder gewebte Materialien zu verarbeiten. Es sind ganz spezielle Produktionsstätten, die die Verarbeitung dieser Stoffe zu 70% von Hand fertigen und somit rechtfertigen sie auch einen höheren Preis. Die handgefertigte Produktion hat höhere Kosten, als die Fertigung von Leder, meist unter Einsatz von Maschinen. Wir müssen dahin kommen, dass wir Luxus nicht durch Pelz und Leder definieren, sondern durch moderne, innovative Materialien, die äußerst schwierig in der Herstellung sind. Es muss die Handwerkskunst sein, die in der Arbeit einer Tasche, oder Leder steckt und von uns bezahlt wird. Ist das nicht der wahre Luxus? Nicht Leder oder Pelze, auf die wir je nach Bedarf zugreifen können, da der Massenzucht keine Grenzen gesetzt ist.

Nun sind Designerstücke von Stella Mccartney nicht immer für jeden erschwinglich und auch nicht jedermanns Stil, aber edle Stoffe, von Hand verarbeitet, dürfte ein lohnendes Ziel für viele Designer sein, die uns dann sicherlich nicht dazu überreden müssten, auf Leder und Pelze zu verzichten. Es wird sich nicht alles in kurzer Zeit ändern, aber Hauptsache ist doch, dass wir beginnen, etwas zu ändern. In unserem  Bewusstsein hat sich seit "37 Grad" ganz sicherlich etwas geändert.

Es ist auch nicht mein Anliegen, eine Diskussion zu eröffnen, es ist meine ganz eigene Reaktion auf diese Reportage, die mich zu tiefst erschüttert hat und betroffen gemacht hat. Ich hatte das Bedürfnis es mir von der Seele zu schreiben. Die Kinder und Tiere in Bangladesch brauchen unseren Mut, unbequem zu sein.

adidas Stella

Ich werde nun bewusster schauen, was ich kaufe, aber ich weiß natürlich, dass ich mit meinem Blog-Beitrag nicht die Welt und die Menschen ändere, aber wie sagt man so schön: "Kleinvieh macht auch Mist!" Ach ich werde weiterhin schöne Leder-Schuhe tragen, aber nicht mehr so unbedarft und vorallem werde ich die Modelle von Stella McCartney stets im Auge behalten. Im Moment ist es die Kollektion "Adidas von Stella McCartney", die mir sehr gut gefällt und ich kaufe mir Sportschuhe von ihr.  Ich möchte dieses Gefühl selbst spüren wie es ist, die Qualität eines solchen Produkts zu tragen.

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Kommentare: 4
  • #1

    Conny von A Hemad und a Hos (Donnerstag, 10 Oktober 2013 22:10)

    Liebe Gisela, ich habe leider zu spät eingeschaltet und nur das Ende dieser erschreckenden Reportage gesehen. Also "nur" diesen unwürdigen Tiermarkt für Pelze. Grausam wirklich - mir fällt nichts anderes dazu ein und auch ich trage seither diese Bilder mit mir herum. Und bei der Pelzgeschichte finde ich ganz schlimm, dass der Verbraucher (also die Masse derer) überhaupt keinen Wert auf die Echtheit dieser Pelzkragen legt. Mir geht es genauso. Als ich im letzten Winter auf der Suche nach einer Daunenjacke war, habe ich ein Modell gefunden, welches mir gut gefallen hat, allerdings hat sie einen echten Pelz (am Kragen). Das war weder mein Wunsch noch eine Forderung. Der war eben einfach dran. Der Rest der Jacke - Länge und Bündchen am Ärmel waren für mich die ausschlaggebenden Argumente beim Kauf. Der Pelzkragen hätte gerne gar nicht vorhanden, bzw. gerne falsch sein dürfen.
    Ich denke, ich hätte diese Jacke nicht gekauft, wenn ich die Reportage damals schon gesehen hätte. Ich hoffe und denke, dass ich beim nächsten Kauf bewusster mit diesem Thema umgehen werde. Danke, dass Du das hier bei Dir thematisiert hast.
    Herzlicher Gruß Conny
    <a href="http://www.ahemadundahos.de">A Hemad und a Hos</a>

  • #2

    Mynouvelles (Donnerstag, 10 Oktober 2013 23:27)

    Liebe Conny, danke für deine Reaktion. Ich habe mir schon kurz überlegt, ob es ueberhaupt jemand lesen will... Aber die Tiere sind es wert. Und mich hat es zu sehr bewegt. Man kann halt nicht immer nur bequem sein... Danke Dir nochmals.
    Herzliche Gruesse nach Bayern, aus dem verschneiten Schwarzwald.
    Gisela

  • #3

    Bärbel (Dienstag, 15 Oktober 2013 19:13)

    Ja, Du hast recht, viele wollen es nicht wissen. Viele schauen weg, Milch gibt es ja in Flaschen im Supermarkt in so sauberen Flaschen, wen interessieren da noch die Kühe? Viele unterscheiden auch gerne zwischen Lammfell und Schweinefleisch und vergessen plötzlich die Seidenraupen. Ich mag informiert werden, aber nicht missioniert und ich bin dafür, daß jeder es handhaben kann, wie er mag. Ich würde sicher keinen Pelzmantel kaufen, trage aber die vorhandenen Felle, bevor ich friere oder für irgendetwas neues Geld ausgebe. Ich musste schmunzeln als ich eben las, dass Frau Stella für "menschliches Behandeln der Schafe" eintritt. Die Nordfriesen behandeln ihre Schafe wie Schafe und ihnen geht es gut dabei. Es hat doch alles immer 2 Seiten. Ich habe eine Tasche von Stella McCartney, sie ist aus Baumwolle. Über die Gewinnung von Baumwolle kann man auch genug Gruseliges lesen. Weiterhin baumeln an der Tasche auch mehrere Metallkugeln. Nun ja, die metallverarbeitende Industrie ist jetzt auch nicht gerade zimperlich zu ihren Mitarbeitern und zur Umwelt auch nicht. Was nun? ALLES JUTE? Das wäre Monokultur, bekommt der Mutter Erde also auch nicht. Ich war noch nie auf einer Pelztierfarm, aber bei Youtube und ich kenne ein paar Geflügelschlachthöfe live und in Farbe. Den Lärm und den Geruch dort könnten viele keine 5 min ertragen. Ich esse trotzdem noch immer Eier und Eierspeisen. Ich gehe auch bewusster mit dem Thema um, aber nicht verbissen. Liebe Grüße, Bärbel

  • #4

    mynouvelles (Donnerstag, 17 Oktober 2013 20:36)

    Liebe Bärbel, vielen Dank für Deine deutlichen Worte. Es ist richtig, wo sollen wir anfangen und wo aufhören? Es ist nicht nur ein Fässchen, das wir da aufmachen, es ist ein FASS und zwar ohne Boden.
    Wie stark für jeden einzelne das "Bewusstsein" ist, wird eine Definitionssache sein. Es muss wohl jeder für sich entscheiden, was wir akzeptieren, respektieren und tolerieren... Lieben Gruß Gisela